Wäscher, Pionier der Comics

Auf dem Münchner Comicfestival 2009 erhält Hansrudi Wäscher den"PENG!"-Comicpreis für sein Lebenswerk. Aus diesem Anlass zollen 42 hervorragende
Zeichner dem Pionier des deutschen Comics mit dieser Hommage-Ausstellung ihren Tribut.

Viel ist über Hansrudi Wäscher gesagt und geschrieben worden, er ist einer der erfolgreichste, produktivste, einflussreichste und langjährigste Comiczeichner Deutschlands.Sein Hauptwerk entstand zwischen 1953 und 1968 für den Walter Lehning Verlag.
Als seine Leser erwachsen wurden, gehörten sie zu den treibenden Kräften der sich formierenden Comicszene, indem sie zunächst fehlende Hefte miteinander tauschten, dann Börsen veranstalteten, bis daraus schließlich die großen Comicfestivals entstanden. Die Wäscher-Helden verschwanden allerdings bald in den Aktivitäten einer eingeschworenen Fangemeinde und die nachwachsende Generation der Comicfans grenzte sich gegen die heile Welt der Comics der 50er Jahre ab, zugunsten frankobelgischer und amerikanischer Produkte. In anderen Ländern erfolgte die Abgrenzung gegenüber den Wurzeln weniger radikal. Deren Comicpioniere wurden schon viel früher als hierzulande durch Preise und Anerkennungen gewürdigt. Auf dem Comicsalon Erlangen 2008 erhielt Hansrudi Wäscher nun endlich den längst verdienten „Max und Moritz-Preis“.
In den 1950er Jahren gelang es Herrn Wäscher auf meisterliche Art, eine markante und gleichzeitig ökonomische Bildsprache zu finden. Sein Strich hat immer etwas warmes, persönlich Eigenständiges. Er versteht es wie kaum ein anderer, den Leser in seine Geschichte zu ziehen und eine hohe Spannung zu erzeugen, die die Fantasie anregt und bei so manchem einen Suchteffekt auslöst.

Er war der König des Cliffhangers!

Wäscher arbeitet bis heute unermüdlich für seine Fans. Auch neue Zeichner und Autoren sind inzwischen damit beschäftigt, seine Serien im nostalgischen Piccolo-Format fortzuführen. Im Laufe der Zeit gab es auch unzählige Fanprodukte, die Wäschers Stil imitierten.

Gerhard Schlegel, Laska Comix

zurück zu den Ausstellungen